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Göttingen bebt: die Wiechert’sche Erdbebenwarte

Der Geopark Göttingen liegt zwar abseits der üblichen Touristenpfade und den Berg hoch muss man außerdem, aber der Weg lohnt sich! Dort oben auf dem Hainberg erwartet euch die Wiechert’sche Erdbebenwarte mit dem historischen und dem neuen Erdbebenhaus, der Mintrop-Kugel, dem Gaußhaus und noch einigen anderen Häuschen. Bei einer der spannenden Führungen wird hier Technik- und Wissenschaftsgeschichte lebendig.

erdbebenwartenDie Erdbebenwarte ist zwar schon über einhundert Jahre alt, aber trotzdem noch voll funktionsfähig – und im Einsatz. Besonders verblüffend ist die Erkenntnis, wie präzise bereits damals mit mehr oder weniger einfachen mechanischen Vorrichtungen Messungen durchgeführt wurden. Mit der Faszination der alten Messinstrumenten können die modernen Seismographen von heute nicht mithalten.

Sehr spektakulär ist die Mintrop-Kugel, die sich auf dem Außengelände befindet – auch wenn sie nicht so furchtbar spektakulär aussieht, wenn sie am Boden liegt. Sie ist vier Tonnen schwer und offenbart ihr volles Potenzial erst, wenn sie aus 14 Metern Höhe auf den Boden kracht und ein kleines, sehr beeindruckendes Erdbeben auslöst.

Bmintropkugelei der monatlichen Führung bekommt man erst ein Grundlagenwissen über Erdbeben vermittelt, dann die interessanten Geheimnisse der Erdbebenwarte gezeigt, bevor man mit der Mintrop-Kugel in die experimentelle Wissenschaftsgeschichte einsteigt. Zum Abschluss gibt es noch das Gauß-Experiment und, schwuptiwupp, sind drei Stunden um. Nebenbei erfährt man, wie und warum die Wissenschaftler der Erdbebenwarte ihr eigenes Rußpapier herstellen, dass die Quelle der modernen Erdölförderung in Göttingen liegt, warum Gauß für seine Forschungen ein besonderes Haus brauchte und warum man sich sehr, sehr unbeliebt macht, wenn man in der Nähe der historischen Seismographen aufstampft.

Der Geopark wird von einem Verein betrieben und durch das Herzblut von Freiwilligen mit Leben gefüllt. Spenden sind dementsprechend herzlich willkommen. Jeden ersten Sonntag im Monat beginnt um 14 Uhr die empfehlenswerte Führung. Weitere Termine für Gruppen gibt es zusätzlich auf Anfrage.

Noch viel mehr Infos vorab gibt es unter www.erdbebenwarte.de.

Zur Überbrückung bis zum nächsten ersten Sonntag des Monats hier schon einmal ein kleiner Einblick:

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